Alt-St. Mathäus
Die erste Kapelle in
Gailbach wurde bereits um 1300 errichtet. Kirchlich gehörte Gailbach zur
Aschaffenburger Muttergottespfarrei. Mit einem Legat von 50 Gulden, das die
Magd Katharina Hilbert für einen Kirchenbau in Gailbach aussetzte, gründete man
einen Kapellen- und Kirchenfond im Jahre 1759. Mit weiteren Spenden hatte man
in 25 Jahren eine Summe von 126 Gulden angesammelt. Im Jahre 1792 erteilten die
Behörden die Bauerlaubnis für die neue Kapelle die ein Jahr später durch
Pfarrer Conrad Butsch von der Muttergottespfarrei eingeweiht wurde. Als
Kirchenpatron wählte man den Evangelisten Matthäus. Gemeinde und Mitbürger
brachten große Opfer an Geld und Naturalien zur Vergütung der wechselnden
Seelsorger, wie z.B. emigrierte französische Priester, Kapuziner und
pensionierte Ordensgeistliche um an Sonn- und Feiertagen, besonderen Festen und
Anlässen die Hl. Messe im Ort feiern zu können. Im Jahre 1821 wurde Schweinheim
selbständige Pfarrei und die Filialen Gailbach und Haibach, die bereits vorher,
gegen den Widerspruch von Pfarrer Conrad Butsch als Kaplanei eingerichtet
wurden, von Aschaffenburg nach Schweinheim verlegt.
Mit wachsender
Seelenzahl im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde die Kapelle zu klein, man plante
ihre Erweiterung und Restaurierung. Am 21. Oktober 1897 weihte der
Oberbessenbacher Pfarrer Albertus Zahn, ehemaliger Kaplan in Schweinheim, in
Anwesenheit von noch vier ehemaligen
Schweinheimer Kaplänen, die um ein Querhaus und einen neuen Chor mit Sakristei
erweiterte Kapelle ein. Es ist bewundernswert mit welcher Opferbereitschaft die
Bewohner Gailbach, die meist kleine Bauern und einfache Arbeiter waren, für
ihre Ziele eintraten. 1906 wurde aus Haibach und Grünmorsbach ein eigener
Seelsorgsbezirk begründet, so dass der zweite Kaplan an der Pfarrei Schweinheim
ganz dem Filialort Gailbach zur Verfügung stand. Somit war endgültig das
regelmäßige Feier der Liturgie über das gesamte Kirchenjahr gewährleistet.
Im Jahre 1921 wurde
Gailbach zur Kuratie der Pfarrei Maria Geburt, Schweinheim erhoben. Mit der
Instandsetzung der Orgel, durch den Großostheimer Orgelbauer Zahn und der neuen
Kirchenglocke, aus der Glockengießerei Ulrich in Apolda, waren die
kriegsbedingten Schäden beseitigt.
Bereits 1924 wollte
Expositus Brand eine neue Kirche bauen, die aber leider an dem Wertverfall des
Geldes scheiterte. Man half sich durch Renovierung und Umgestaltung weitere
Sitzplätze in der inzwischen längst zu klein gewordenen Kirchleins zu helfen.
Im Jahre 1938 wurde ein Kirchenbauverein gegründet, der zweite Weltkrieg setzte
jedoch allen weiteren Plänen bezüglich eines Kirchenneubaus ein jähes Ende.
Nach Einweihung der
neuen Kirche und des Pfarrzentrums wurde 1970 die alte Kirche abgerissen und an
ihrer Stelle ein Matthäus-Brunnen errichtet.
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