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1262 das älteste durch Schriftquellen gesicherte Jahr in der
Geschichte Gailbachs.
Während Bodenfunde aus der Gemarkung Gailbach bis in die
späte Jungsteinzeit (2200-1800 v.Chr.) zurückreichen, setzt die schriftliche
Überlieferung erst in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts ein. Innerhalb eines Zeitraumes von 120 Jahren wurde der
Vorläufer des Ortsnamens Gailbach in insgesamt 14 Varianten geschrieben,
nämlich Gauwelenbach (1262 bzw. 1267/68, 1299, 1350), Galinbach (1278-1284)
Gauelbach (1283), Geuelbach (1283), Geulenbag (1299), Gaulbag (1299),
Gauwilnbach (1317), Gauwelnbach (1318, 1346, 1350, 1384), Geuwelinbach (1325),
Gawelnbach, Gauwelinbach, Gauwilnbach, Gauwelnbach (1350) und Gauwelnbach
(1385). Der Lautstand des heutigen Namens findet sich erstmals als „Geilbach“
auf der um 1575 von dem Kartographen Gottfried Mascop angefertigten Karte des
Vizedomamtes Aschaffenburg. Aufgrund der frühen Formen des Ortsnamens Gailbach, also
Gauwelenbach u.ä. kann man annehmen, dass er eine Stellenbezeichnung ist und
wasserdurchflossenes Wiesengelände bedeutet. Im Verzeichnis der Waffenträger und Wehrpflichtigen der Cent
vorm Spessart von 1554 werden unter Geilenbach 18 waffentragende Personen
genannt, davon sind sechs zum Wehrdienst eingezogen. Im Leibeigenen Verzeichnis von 1617 werden für Gailbach 23
Mannsbilder mit ihren Eheweybern genannt.
In der Pestzeit während des Dreißigjährigen Krieges ist die
Bevölkerung Gailbachs fast ausgestorben, die wenigen Überlebenden beschlossen
geloben den St. Vitustag (15.Juni) als Fast- und Bettag für Mensch und Vieh.
Während des österreichischen Erbfolgekrieges (1740-1748)
wird auch Gailbach im Zusammenhang mit plündernden englischen Soldaten genannt.
Im Jahre 1793 wurde die Kapelle durch den
Muttergottespfarrer Joh. Conr. Butsch eingeweiht und 1803 erfolgte der Bau
eines zweistöckigen Schulhauses mit Lehrerwohnung und Kaplanszimmer.
Nach Auflösung des Mainzer Kurstaates 1803 über das
Großherzogtum Frankfurt wird Gailbach am 26. Juni 1814 bayrisch. Ende des
Jahrhundert zählt Gailbach 473 Einwohner.
1895 wurde der Turn- und Sportverein Gailbach gegründet,
1899 der Krieger- und Veteranenverein, 1914 der Athletenklub „Viktoria“, 1923
der Musikverein Gailbach, 1928 der Gesangverein „Liederkranz“, 1929 der
Fußballclub Kickers Gailbach und 1930 der Wanderverein „Wanderlust“.
In der Karwoche 1945 werden durch amerikanische Jagdbomber,
die Turnhalle und ein Wohnhaus total zerstört, viele Wohnhäuser, Ställe und
Scheunen beschädigt sowie Vieh getötet. Am Ostersonntag (1. April 1945)
besetzen US-Truppen den Ort.
Während des Zweiten Weltkrieges sterben an der Front und in
der Heimat 69 Gailbacher.
Am 24. November 1957 wird eine neue Schule eingeweiht.
Schulküche, Handarbeitsraum und Werkraum sind noch im Rohbau und werden in einem
zweiten Bauabschnitt vollendet. Gailbach zählt 1167 Einwohner.
Nach jahrelangen leidenschaftlich geführten
Diskussionen über den Standort der neuen Kirche erfolgt am 3. Juli 1967 der
erste Spatenstich für das Gailbacher Pfarrzentrum mit Gotteshaus, Kindergarten
und Jugendräumen, dem am 8. Oktober 1967 die Grundsteinlegung durch Stadtdekan
Karl Hartmann folgte. Am 16. November 1968 wurde die neue Matthäus-Kirche auf
der Höhe der Gemarkung Lange Sträucher durch Diözesanbischof Dr. Josef Stangl
festlich eingeweiht.
Ein überwältigendes Votum für den Anschluss der Gemeinde
Gailbach an die Stadt Aschaffenburg bringt am 1. Juli 1973 die Bürgerbefragung
zur Gemeindegebietsreform. Am 1. April 1975 wird Gailbach mit 1367 Einwohnern
in 430 Haushalten auf einer Gemarkungsfläche von 317,54 Hektar neuer Stadtteil
von Aschaffenburg.
Zur Jahrtausendwende hatte der Stadtteil Gailbach 1700
Einwohner, davon 1310 Katholiken.
Quelle:
Gailbach - Vom Dorf zum Stadtteil im Grünen Arbeitskreis Gailbacher
Bildband, Ulrike Klotz M.A. und Renate
Welsch
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