St. Matthäus, GailbachDas neue Pfarrzentrum steht auf einem steilen Hang oberhalb der Stadtteilmitte. Sechs Meter betrug der Höhenunterschied innerhalb des Gebäudes, das in zwei Ebenen gebaut wurde. In der oberen sind die Kirche, der Pfarrsaal, die Jugendräume und die Nebenräume angeordnet. Darunter ist der Kindergarten entstanden, der mit großen Fenstern und Türen sich zur Talseite hin öffnet.
Dominierend ist der Baukörper des neuen Gotteshauses nicht
allein wegen seiner zentralen Lage,
sondern auch durch seine markante
Gestaltung. Wuchtig erhebt es sich über die flach gehaltenen übrigen Räume des
Pfarrzentrums. Seine Bedeutung wird durch das zum Tal hin aufsteigende Dach und
die gleich einem Schiffsbug aus dem Boden strebende spitze Mauer des Chorraumes
noch unterstreichen.
Die neue Kirche ist als Zentralbau, der auf den Altar als
Mittelpunkt ausgerichtet ist, anzusprechen. Sie wurde als Ort der Stille
geschaffen, in dem der Mensch sich zur Meditation abschließen kann, um offen zu
sein für die Begegnung mit Gott. Die einzelnen Orte der verschiedenen
Handlungen der Menschen in der Kirche sind architektonisch klar gekennzeichnet.
Im großen Halbrund des Kircheninnenraumes führt alles schon äußerlich hin zur
sammelnden Mitte des Altars; die schmucklosen Seitenwände ebenso wie die
Anordnung der Bänke mit den 550 Sitzplätzen.
Für die Feier der hl. Eucharistie sind deutlich drei Orte
hervorgehoben: der Altar als einfacher Tisch für das Opfermal, der Ambo als Lesepult und Kanzel für den Wortgottesdienst, für Lesung, Evangelium und Predigt und der Priestersitz für den Vorsteher der Gemeinde. Durch die polygone Grundrissform, die Höhe und die
Dachneigung des Hauptkirchenraumes hat der Architekt eine maximale Steigerung
des Raumeindruckes vom Eingang bis zur Chorpartie erzielt. Die natürliche
Belichtung des Hauptkirchenraumes erfolgt so geschickt, dass der Besucher an
keiner Stille des Innenraums durch Fensterflächen von der betonten
Raumorientierung zum Altar hin abgelenkt oder gar geblendet wird. Das
Tageslicht fällt durch ein
breites Lichtband in drei Meter Höhe von hinten,
also von Norden in den Kirchenraum.Die Chorpartie erhält eine betonte Belichtung durch
schmale lange Fenster an beiden Seiten, die nicht im
Blickfeld des Besuchers liegen.Auch hier ist das Licht indirekt. Die
Konzentration der Raumorientierung auf dem Altar wird durch das Ansteigen
der ebenen Deckenfläche bis zum höchsten Punkt über dem Chorraum noch
verstärkt. Bei der Gliederung des Gesamtkörpers wurde eindeutig in
Hauptkirchenraum und Nebenräume unterschieden. Alle Gehflächen und Zugänge
wurden dabei als Nebenräume betrachtet. Erschlossen wird die Kirche von einer
bergseitigen Strasse im Norden. Über einige
Stufen steigt man hinab auf den
Vorplatz und betritt damit den heiligen Bezirk. Mit Kupfer beschlagenen
Pforten, seitlich versetzt, führen auf beiden Seiten in kleine Vorräume. Von
dort kommt man an den erdgeschossigen Bereich des Kircheninneren. Erst nach Durchschreiten
der umlaufenden Säulenreihe gelangt der Besucher in den Kirchenhauptraum. Der
schlanke in die Gesamtbauanlage einbezogene 31 Meter hohe Turm ist als
eine Stahlkonstruktion ausgebildet. Er ist im wesentlichen Teil des
Gesamtbauwerkes so angeordnet, dass sich eine Orientierung in Richtung zum
Ortskern ergibt. So klar und einfach die Konstruktion ist, so sparsam wurden
auch Materialien verwendet: Beton, Ziegel und Holz. Das Kirchenhauptschiff entstand als Stahlbetonkonstruktion.
Die äußere Verkleidung über dem erdgeschossigen Teil besteht aus
Vormauer-Hochlochziegel in rotbrauner Farbe, die Innenverkleidung aus rotbraunen
Akustiksteinen. Stahlbetonstützen unterteilen die Fensterfront der Nordseite.
Eine Konstruktion freigespannter, lamellenverleimter Hetzerbinder bilden die
leichtgeneigte Decke. Die Dachschalung ist oben mit Kupferblech abgedeckt,
innen isoliert und mit nordischer Fichte verbrettert. Den Planentwurf für das neue Gotteshaus fertigte Architekt Roth, Aschaffenburg, dessen Buero mit Ingenieur Guido Baumann auch die Bauleitung hatte. Orgel
Die Orgel, ein Werk der Orgelbauerfirma Hoffmann in Ostheim
vor der Rhön wurde am 22. September 1985 dem Patronatsfest durch Dekan Edgar
Röhrig in einem feierlichen Hochamt eingeweiht. In einem massiven, hellen
Eichenholzgehäuse befindet sich eine Schleifladenorgel mit mechanischer
Spieltraktur. Von den 1452 Pfeifen, 218 davon sind aus Holz, der Rest ist aus
hochwertigen Zinnlegierungen hergestellt. Die größte Orgelpfeife hat eine Länge
von 2,40 m, während die kleinste nur 7 mm misst. Kreuzweg
Der Aschaffenburger Bildhauer Rudolf Schwarzer schuf im
Jahre 1980 einen Kreuzweg aus
Lindenholz. Kuratus Günther
Schwarzkopf sagte bei der Einweihung: Die Gläubigen sollten durch diesen
Kreuzweg angeregt werden, das Leiden Christi mit dem Herzen zu betrachten und
den Kreuzweg zu beten. Der Leidensweg solle „Schule des Opfers und der Heilung“
sein. Die bildliche Darstellung der Passion Christi gibt es schon seit dem 15.
Jahrhundert. Auch für den zeitgenössischen Künstler ist die Gestaltung eines
Kreuzweges eine große und schwierige Aufgabe. Gross deshalb, weil das Opfer
Jesu Christi für uns Menschen so dargestellt werden soll, dass es uns betroffen
macht. Schwierig, weil der geistliche Gehalt Form annehmen soll.
Glocken
Am 14. September 1969 wurden 5 neue Glocken geweiht, die in
der Passauer Glockengießerei Rudolf Perner gegossen wurden.. 1. Christkönig (d)– Christus du Herr der Welt – unser
Erlöser – dem „ Herrn und Erlöser“.
Jesus ist die letzte Instanz in allen Fragen des Alltags, er ist der Herr
unseres Gewissens. Es gibt keinen Weg zu Gott denn durch IHN, und der Weg
Christi führe immer über das Kreuz. Wenn die Glocke ruft, soll nicht nur unser
Gewissen, sondern auch unser Herz angesprochen sein“ 2. Maria als Schutzmantelmadonna (fis)- Maria breit den
Mantel aus-
„Möge Maria ihren Mantel ausbreiten über diese Familienhaus der
christlichen Gemeinde, über die Schule daneben und über das ganze Tal“ 3. Matthäus (a) – Heiliger Matthäus, Schutzpatron unserer
Gemeinde, bitte für uns -
„Matthäus hat uns das Wort des Herrn berichtet. Das
Hinhören-Können auf das Wort Gottes muss der Gemeinde ein wirkliches Anliegen
sein. Wenn diese Glocke mit den anderen erklingt, sollt ihr kommen, das Wort
Gottes zu hören.“ 4. Heilige Familie (h) – Jesus, Maria und Josef, lehret
Eltern und Kinder – „Sie soll das
Vorbild sein für alle christlichen Familien, denn das Schicksal der Gegenwart
und der künftigen Generationen liegt in der Familie.“ 5. Schutzengel (d) – Ihr heiligen Engel Gottes, begleiten
uns auf dem Weg in die ewige Heimat – „Sie erinnere uns daran, dass unser Leben
hier auf Erden nicht aufhöre. Da letzte Wort heiße, leben in Gott. Darum werde
diese Glocke in Zukunft Geburten und Todesfälle ankündigen.“
St. Matthäus, Patron der Kirche
Der Aschaffenburger Künstler Rudolf Schwarzer, in
Bischofsheim in der Rhön lebend, hat das lebensgroße Kunstwerk aus Lindenholz
geschaffen. Es stellt des Evangelisten in naturalistischer Weise dar, in der
linken die Schrift, die Rechte zu eindringlich erklärender Geste erhoben.
Schwarzers Matthäus kommt ohne schmückende Attribute aus, allein der
Schulterknoten des kurzen Gewandes lockert die formale Strenge, die sich bis in
die energisch parallel in den Boden gestemmten Beine verrät. Das Gesicht erinnert an die Klarheit römischer
Porträtbüsten, ein klassisches Profil – wechselt von links und rechts
betrachtet, seinen Ausdruck zwischen ernstem Dozieren und humorvollem
Erlaeutern. Die vier Symbole der Evangelisten zieren die Wand hinter der Figur.
Wir ehren Dich als Schutzpatron Matthäus, stets bei Gottes Thron Du gehst in Treuen uns voran wir folgen gerne Deiner Bahn. Bitt, dass der Eifer nicht erlahmt und Volk von Gailbach insgesamt Dein hohes Beispiel treu nachahmt!
Priester in der Kuratie Gailbach Paul Brand, 1919-1924 * 05.07.1893 in Würzburg, zum Priester geweiht am 21.12.1918
in Würzburg, war der letzte Kaplan der die Außenstelle Gailbach der Pfarrei
Schweinheim von dort aus zwischen 1919 und 1921 betreute. Am 1. Januar 1921
wurde er erster Expositus der neu geschaffenen Kuratie Gailbach. Zuletzt
Pfarrer in Sonderhofen, + 10.07.1971 in Sonderhofen. 2. Johann Gerhard, Expositus 1924-1932
* 21.12.1894 in Kleinwallstadt, zum Priester geweiht
04.01.1920 in Würzburg, zuletzt Pfarrer in Maria Bildhausen bei Bad
Neustadt/Saale, + 13.12.1972 in Maria Bildhausen. 3. Josef Rönnebrink, Expositus 1932-1935 * 10.02.1891 in Senden/Westfalen, Priesterweihe 12.08.1917,
+ 03.03.1950 in Weibersbrunn. 4. Justin Wittig, Expositus 1935-1939 * 11.01.1907 in Neuendorf b.Lohr, zum Priester geweiht
16.03.1930 in Würzburg, später Prälat, Domdekan und Generalvikar der Diözese
Würzburg, + 13.05.1981 in Würzburg. 5. Ludwig Hornung, Kuratus 1939-1942 * 25.10.1909 in Eltmann, zum Priester geweiht am 08.03.1836
in Würzburg, zuletzt Pfarrer in Waldfenster. 6. Hans Brenner, Kuratus 1942-1945 * 19.01.1911 in Aschaffenburg, zum Priester geweiht
22.04.1935 in Würzburg, später Pfarrer in Erlenbach/Main und Theilheim b.
Schweinfurt, + 17.03.1972 in Theilheim. 7. Karl Glaser, Kuratus 1948-1966 * 30.05.1908 in St. Joachimsthal/Sudentenland, zum Priester
geweiht am 29.06.1932 im St. Veits Dom zu Prag, anschließend Pfarrer in
Goßmannsdorf b.Hassfurt/Main, + 10.08.1973 und in Gailbach beerdigt. 8. Gregor Türk, Kuratus 1966-1978
* 15.10.1932 in Frickenhausen/Rhön, zum Priester geweiht am
24.07.1960 in Würzburg, später Pfarrer in Schollbrunn,
Traustadt b.Schweinfurt, Waldbüttelbrunn, 1974 Ehrenbürger von
Gailbach. 9. Günther Schwarzkopf, Kuratus 1978-1985 * 14.04.1944 in Mömbris-Hohl, am 24.06.1973 in Würzburg zum
Priester geweiht, vorher Kaplan in Kirchzell und Hofheim/Hassberge, später
Pfarrer in Trennfurt. 10. Bernard Boteju, Kuratus 1985-1993 * in Sri Lanka, Priesterweihe 20.07.1985, später Pfarrer in
Weibersbrunn und Rothenbuch. 11. Ivan Levak, Kuratus 1993- * 08.12.1948 in Gornja Stubai (Kroatien), zum
Priester geweiht am 29.06.1974 in Zagreb, Leiter der Kroatischen Mission
in Aschaffenburg
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